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Schlagwort: Pinguin

Urlaub in TAS

Im dritten Teil der kleinen Serie zur Vorstellung der Urlaubsregionen in den States und Territories geht es dieses Mal nach Tasmanien (TAS) oder „Tassie“, wie es die Australier nennen. Tasmanien hat Ähnlichkeiten zu Neuseeland: es gibt viele Wälder, unberührte Natur, Strände und Berge und das alles bei einem gemäßigten, eher etwas kühleren Klima. Also die perfekte Urlaubsdestination, um mal ein wenig Abstand zu bekommen und das Leben zu genießen.

Geschichte

Tasmanien wurde vor etwa 40.000 Jahren erstmals von den Ureinwohnern besiedelt. Es wird vermutet, dass es damals noch eine Landbrücke zum Australischen Festland gab, die heute unter der Tasman Sea liegt.
Somit wurde das südöstlich vor Australien liegende Tasmanien zur Insel – der größten australischen Insel.
Nach der Gründung Sydneys segelten die ersten Siedler weiter nach Hobart und gründeten dort die zweite Siedlung. Anfangs war Tasmanien noch Teil der Kolonie New South Wales. 1825 wurde es eigenständig und „Van Diemen’s Land“ genannt. 1856 änderte sich der Name zu Tasmanien und wurde 1901 ein eigener State im Commonwealth of Australia.
Bis 1856 kamen etwa 75.000 Convicts (Verurteilte) nach Tasmanien, die entweder für freie Siedler arbeiteten oder bei besonderer Schwere der Straftat ins Arbeitslager nach Port Arthur kamen.

Allgemeines

Der State Tasmanien umfasst noch etwa 1000 weitere Inseln, die zusammengenommen etwa so groß wie Irland oder Bayern sind.
Mit gerade einmal 541.000 Einwohnern ist Tasmanien recht spärlich besiedelt.
Hobart ist die Hauptstadt und zweitälteste Stadt Australiens. Im Vergleich zu den anderen State-Capitals hat Hobart die geringsten Durchschnittstemperaturen und überraschenderweise auch den zweitgeringsten Niederschlag.
Bedingt durch die Lage inmitten der Tasman Sea, ist die Fischerei ein wichtiger Wirtschaftszweig, der sich auch auf den Speisekarten der lokalen Restaurants wiederspiegelt. Besonders Jakobsmuscheln („Scallops“) sind weit verbreitet und Hummer beliebt zur Weihnachtszeit.

Tasmanien lässt sich in 6 Regionen einteilen:

  • Hobart and South
  • East Coast
  • Launceston and North
  • North West
  • West Coast
  • Flinders Island und Kings Island

Hobart and South

Diese Destination umfasst Hobart, die Region südlich von Hobart sowie das Zentrum Tasmaniens.
Hobart zeigt beeindruckend seine Geschichte im Stadtviertel Battery Point, wo noch viele alte, kleine Häuser erhalten sind. Unweit des Hafens ist eine aktive Kunstszene in Salamanca Place zu finden. Hier gibt es auch jeden Samstag einen tollen Wochenmarkt, den man nicht verpassen sollte. Kulturell hat Hobart auch das MONA zu bieten, das Museum of Old and New Art. Dieses erreicht man per Bootsfahrt den River Derwent flussaufwärts.
Unweit des Stadtzentrums ragt der Mount Wellington, auch kunanyi genannt, bis in 1200m Höhe und bietet einen tollen Blick über die Stadt und seine Umgebung.
Südlich von Hobart befindet sich das Huonvalley, ein Obstanbaugebiet.
Südöstlich liegt die Tasman-Halbinsel. Hier lohnt sich ein Besuch der Port Arthur Historic Site – einem Arbeitslager für Strafgefangene, von welchem teilweise nur noch die Ruinen erhalten sind, aber manche Zelltrackte auch wieder aufgebaut wurden.

East Coast

Die East Coast ist gesäumt von tollen Stränden. Besonders malerisch wird es im Freycinet National Park. Hier lohnt sich ein Aufstieg auf den Berg mit Blick auf die Wineglass Bay. Vom Aussichtpunkt sind es dann etwas weniger als 1000 Stufen runter in die Bucht, die an schönen Tagen zum Baden einlädt. Allerdings geht es anschließend die fast 1000 Stufen wieder hoch.
Gen Norden kommt dann der kleine Ort Bicheno. Hier kann man abends Pinguine beobachten, wie sie in ihre Nester zurück am Strand laufen. Zur Brutzeit im Sommer kommen bis zu 200 Pinguine aus dem Meer, im Winter sind die Zahlen dann teils nur noch einstellig.
St. Helens ist ein weiteres, nettes, kleines Fischerdorf. Hier gibt es Seafood am Hafen.
Das nördliche Ende der East Coast bildet die Bay of Fires. Diese hat viele Felsen mit rotem Flechtenbewuchs zu bieten. Der Name Bay of Fires kommt jedoch von den sichtbaren Feuern der Ureinwohner, als die ersten Siedler nach Tasmanien segelten.
Landeinwärts von St. Helens geht es weiter in Richtung Norden. Hier lohnt ein Halt an der Käserei „Pyengana Dairy Company“ für einen Cheese-Platter. Der nahegelegene Wasserfall St Columba Falls lohnt dann auch noch einen Abstecher, bevor die Wege länger werden.

Launceston and North

Launceston ist die zweitgrößte Stadt Tasmaniens. Die Innenstadt bietet einen wilden Mix aus historischer Architektur und neuerlicher Bausünden. Hier empfiehlt sich das Queen Victoria Museum, welches tolle Probierstationen für Kinder bietet, aber auch eine große Schmiede-Fabrikhalle und Einblicke in die lokale Fauna. Unweit der Innenstadt liegt der Cataract Gorge. Das ist ein kleines Naturschutzgebiet mit Sessellift, Hängebrücke, Spielplatz und wilden Kängurus.
Nördlich von Launcesten befinden sich auch wieder Obstanbaugebiete. Im Sommer lohnt sich ein Abstecher dahin – die Kirschen sollen sehr lecker sein.
An der Nordküste liegt der kleine Badeort Bridport. Ein niedliches kleines Dörfchen für die lokalen Wochenendurlauber mit Campingplatz direkt am Wasser.
Südlich von Launceston wird es historisch. Der Ort Evendale ist noch sehr antik erhalten mit netten kleinen Geschäften. Die Clarendon Villa ist eine originalgetreu erhaltene Villa freier Siedler und kann besichtigt werden. Wie man damals allerdings ohne fließend Wasser und ohne Heizung dort leben konnte, ist schwer nachzuvollziehen.

North West

Im Nordwesten Tasmaniens befindet sich Devonport, der Fährhafen für die Verbindung nach Melbourne: „Spirit of Tasmania“. Ansonsten gibt es hier eher kleinere Orte.
Das Highlight ist dann der Cradle Mountain-Lake St Claire National Park. Das Cradle Mountain Besucherzentrum liegt auf etwa 900m ü.NN.. Von hier aus fährt ein Shuttlebus zu verschiedenen Wanderwegen. Besonders zu empfehlen sind die Wanderwege um den Dove Lake und zum Crater Lake. Wir konnten Wombats am Rony Creek beobachten. Mitten am Tag grasten sie friedlich neben dem Wanderweg. Diese Walks sind auch Teil der „60 Great Short Walks“ – einer Sammlung toller tasmanischer Wanderwege, die zwischen 20 Minuten und 2-3h lang sind.
Wer es etwas länger mag, kann am Besucherzentrum auf den Overland Track starten – ein 65km langer, 6 Tage dauernder Wanderweg bis zum Lake St Claire Besucherzentrum.
Der Besuch des Nationalparks kostet Eintritt. Hier lohnt sich der Holiday Pass, der für alle Nationalparks auf Tasmanien für 2 Monate gilt. Schon beim zweiten Nationalpark rentiert sich das Ticket.

West Coast

Die West Coast ist geprägt vom Bergbau. In vielen Orten gibt es Gruben, Minen oder alte Fördertürme. Ansonsten gibt es hier viel ruhige Natur und lange Entfernungen, die man auf den engen Landstraßen nicht unterschätzen darf.
Für die regionale Geschichte lohnt ein Besuch im Regional Museum Zeehan.
Das Hafendorf Strahan lädt zur Bootsfahrt ein.
In der Bergbaustadt Queenstown fährt täglich ein historischer Ausflugszug gen Strahan ab. Südlich von Queenstown wurden die Wälder vor langer Zeit für den Bergbau gerodet. Heute ist nur noch eine Mondlandschaft übrig.

Flinders Island und King Island

Diese beiden Inseln befinden sich etwas abseits der Hauptpfade. Touristen, die 1-2 Wochen Zeit für Tasmanien haben, werden kaum einen Fuß auf diese Inseln setzen. Daher geht es hier nochmal etwas ruhiger und gemächlicher zu.

Art des Reisens

Um halbwegs effizient Tasmanien bereisen zu können, empfiehlt sich ein fahrbarer Untersatz. Das kann ein Auto sein, mit Übernachtungen in Motels oder Campingplatz-Cabins oder auch ein Wohnmobil.
Wohnmobile kann man in Hobart ausleihen und zurückgeben. Dank der Spirit of Tasmania Fähre nach Melbourne kann man Tasmanien auch wunderbar in die Reiseroute als Start- oder Endpunkt oder einfach nur als Zwischenstopp einplanen. Für Wohnmobile gibt es auch immer wieder freie Stellplätze, sofern man denn keinen Strom für z.B. eine Heizung braucht.

Big Things

Auf Tasmanien befinden sich weitaus weniger Big Things als in Queensland oder New South Wales. Doch immerhin wartet eine niedrige zweistelle Anzahl darauf entdeckt zu werden. Die 7 herausragendsten sind:

  • The Big Penguin in Penguin
  • The Big Tasmanian Devil in Mole Creek
  • The Big Wickets in Westbury
  • The Big Coffee Pot in Deloraine
  • The Big Cherries in Latrobe
  • The Big Platypus in Latrobe
  • The Giant Rasperry im Derwent Valley

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Leben am Strand

Wenn 85% der Australier nicht weiter als 50km von der Küste entfernt leben, hat hier fast jeder ein „Leben am Strand“.
Und Strände gibt es hier viele – einer schöner als der andere. Zum Schutz vor den Gefahren des Ozeans werden beliebte Strände von den Surf Life Savers bewacht. Für die Nachwuchsgewinnung führen diese dann Sonntäglich „Nippers“ durch. Das ist ein Programm zum Spielen und Aktiv sein am Strand, aber auch im Wasser um die Gefahren von klein auf kennen und meistern zu lernen.
Wir wohnen 10 Minuten vom Strand entfernt und fahren dann gerne auch mal mit dem Auto runter – Parkplätze gibt es zum Glück für uns Anwohner kostenfrei. Somit vermissen wir keinen Pool. Viele andere, besonders auch wenn es etwas weiter ins Landesinnere geht, haben einen Pool, der für die schnelle Abkühlung wunderbar geeignet ist, aber auch den ganzen Winter ungenutzt ist.
Zum Schutz vor dem Ertrinken im Pool oder Ozean werden die Kinder hier schon zeitig in Schwimmschulen an das Wasser gewöhnt. Anders als in Deutschland, ist die erste Schwimmart hier jedoch Freistil und nicht unbedingt Brustschwimmen. da verwundert es dann auch nicht, dass Ian Thorpe erfolgreicher Olympionik und Schwimm-Weltrekord-Halter ist.
Die Australier sind allgemein recht fit und sportlich. Das Angebot bei dem meist schönen Wetter lädt auch einfach dazu ein, draußen aktiv zu sein, sei es Fahrrad fahren, Schwimmen, Laufen, Fußball oder Rugby. Im alltäglichen Angebot ist für jeden etwas dabei.
Zur Stärkung nach dem Sport gibt es unzählige Cafés, aber Achtung: obwohl sie sehr zeitig offnen, schließen sie meist auch zeitig. Und Kaffee gibt es dann auch schon eine ganze Zeit vorher nicht mehr, da die Reinigung schon während der Öffnungszeit beginnt – das garantiert einen punktlichen Feierabend. Leider verkaufen die Cafés selten oder eigentlich nie Eisbecher. Dafür sind die Eissorten umfangreich.

Doch auch wir sind hier nicht im Urlaub, sondern haben unseren Alltag. Das heißt Arbeiten zum Geld verdienen und lernen in der Schule für die Kinder. Das kann auch hier an den Kräften zehren. Und wenn man dann mit dem normalen Australischen Arbeitsvertrag auch nur 20 Tage Urlaub hat, nimmt die Organisation der Ferienbetreuung intensiv-planerische Züge an.

Wir und die Australier sind viel mit dem Auto unterwegs (Stichwort „Elterntaxi“), da der öffentliche Personennahverkehr hier eher nicht so gut ist. Es gibt zwar Busse und Züge in die Innenstadt, aber zu den Stationen kommt man meist doch nur mit dem Auto. Auch die Schlange vor der Schule besteht hier meist aus dicken SUVs oder zumindest übermotorisierten Autos, da stehen sie anderen Ländern im nichts nach.

Wo Australien außergewöhnlich ist, ist bei der Bereitstellung von „Gimmicks“, also Infrastruktur, die das Leben allgemein angenehmer machen. Es gibt hier viele Parks und tolle Spielplätze. Für das Picknick gibt es an vielen Stellen BBQs in Form von heißen Platten, auf denen man kostenlos sein Würstchen braten kann.
Wasserspender und Toiletten gibt es an belebten Orten eigentlich immer kostenlos.
Das führt dann bestimmt auch mit dazu, dass die Australier allgemein eher etwas entspannter sind. Manchmal für uns Deutsche etwas zu entspannt, mit ihrer „Kommst ich heut nicht, komm ich morgen“-Einstellung.
Freundschaften schließend Australier allgemein recht schnell – das liegt an ihrer Pionierkultur, die ihnen seit den frühen Tagen beibrachte, schnell mit anderen für Probleme und Projekte klar zu kommen. Gehen dann die Wege wieder auseinander, ist das auch nicht weiter dramatisch. Letztendlich führt das aber auch zu einer eher oberflächlichen Beziehung.
Entspannt gehen Australier auch mit Regeln um – zwar gibt es meist umfangreiche Regularien, aber die Einhaltung kontrolliert dann selten einer. Das geht vom Hund an der Leine führen bis zum Hochseilgarten.

Überhaupt lieben die Menschen hier Hunde. Alternativ darf es auch eine Katze oder sogar Hühner sein. Das Ergebnis sind dann unzählige Tierärzte, die hier ein gutes Auskommen haben.
Bei den wilden Tieren denkt man natürlich zuerst an Schlangen und Spinnen, doch die spielen hier im Alltag eine eher untergeordnete Rolle, da sie einem nicht täglich über den Weg laufen – zumindest die gefährlichen Arten. Spinnen gibt es allgemein sehr viel im Garten, aber da nützen sie mehr als das sie stören.
Zwei mal im Jahr migrieren tausende Buckelwale an der Küste Ostaustralien zwischen den warmen Gewässern Queenslands und den fischreichen Antarktischen Gewässern. Das ist immer wieder ein tolles Schauspiel, wenn man sie von der Küste beim Springen beobachten kann. Ganzjährig kann man mit etwas Glück Delfine am Strand beobachten. Auch Robben, bzw. Seelöwen kann man auf ruhigen, sonnigen Felsen beobachten. Kleine Pinguine hingegen sind so scheu und beschützt, dass wir hier noch keine gesehen haben.

Wer am Strand leben möchte, muss tief in die Tasche greifen. Hier wird eher Eigentum gekauft, statt zu mieten. Und Wohnungen und Häuser sind sehr teuer – da gehen die Werte schnell in die Millionen Australische Dollar. Mieten ist nicht unmöhlich, doch die Nachfrage übersteigt das Angebot deutlich und treibt damit auch die Preise eher nach oben. Grob geschätzt kann man hier in Strandnähe die europäische Monatsmiete für eine Woche ansetzen.

Fazit

Das Leben hier in Australien ist in vielerlei Hinsicht schon entspannt und die Nähe zum Meer traumhaft. Allerdings es ist kein dauerhafter Urlaub, sondern auch hier haben wir einen ganz normalen Alltag, der hin und wieder an den Kräften zehrt. Die Möglichkeiten hier erlauben es dann aber auch wieder, einfach mal aus dem Alltag auszubrechen und das Leben zu genießen.

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