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Schlagwort: Würfelqualle

Giftige Tiere

Ein Privileg der Australier:innen ist, dass sie dieses wunderschöne, weitläufige, rot-braune Land mit einigen der weltweit giftigsten und schmerzhaftesten Kreaturen teilen…
Diese Folge soll Angst nehmen und Respekt belassen.

Venomous vs. Poisonous

Im Englischen unterscheidet mit „giftig“ in zwei verschiedene Arten – Venomous und Poisonous.
Venomous meint, wenn z.B. eine Spinne oder Schlange beißt und dabei ein Gift absondert.
Poisonous meint, wenn man etwas zu sich nimmt, das giftig wirkt – z.B. giftige Pilze.

Spinnen

Die giftigste Spinne Australiens ist die Sydney Funnelweb Spider – die Sydney Trichternetzspinne. Sie ist eine von etwa 40 Arten Trichternetzspinnen in Australien. Sie leben in einem bis zu 60cm tiefen Loch unter der Erde und haben ein Trichter-förmiges Netz am Ausgang um ihre Beute zu fangen.
Auf Grund ihrer außenliegenden Lungen, benötigen sie immer eine feuchte Umgebung. So sieht man sie, wenn überhaupt, meist nach Regen im feuchten Rasen.
Seit 1981 gibt es ein Gegengift und keine Todesfälle mehr.
Die Redback Spider ist häufig in trockenen, geschützten Ecken im Garten anzutreffen. Sie ist gut an ihrem markanten, roten Streifen auf dem Rücken zu erkennen.
Allgemein gibt es im Garten immer wieder Spinnen – oft in großen Spinnennetzen. Diese sind aber meist eher harmlos – obwohl sie leicht giftig sind, sind sie doch sehr scheu und verschwinden lieber als zu beißen.
Eine Spinne ohne Netz ist die Huntsman Spider („Riesenkrabbenspinne). Wie ihr Name verrät, jagt sie ihre Beute – oft andere (giftige) Spinnen und sonstige Plagen um das Haus herum. Auch Huntsman beißen sehr selten und rennen lieber weg.
Findet man mal eine Spinne im Haus, fängt man diese am besten mit einem Glas oder Plastikbehälter ein, schiebt ein Papier oder eine Pappe zwischen Wand und Behälter/Spinne und befördert die Spinne zurück in den Garten.

Schlangen

Die giftigste Schlange Australiens ist die Inland Taipan. Sie ist aber sehr scheu und nur in einem bestimmten und trockenen Teil des Outbacks zu finden.
Die zweitgiftigste Schlange – die Eastern Brown Snake – ist an der Ostküste von Adelaide bis Cairns anzutreffen. Sie sonnt sich gerne und schreckt nicht gleich vor Menschen hoch, sodass beim Bushwalk etwas Vorsicht geboten ist, dass man nicht über sie stolpert und zum Angriff zwingt. Die Eastern Brown Snake hat eher kurze Giftzähne, sodass dicke Socken, geschlossene Schuhe und lange Hosen schon einen guten Schutz bieten.
Ein weiterer giftiger Bewohner der Ostküste ist die Red-bellied Black Snake. Sie ist an der Ostküste von New South Wales bis hoch nach Süd-Queensland zu finden. Diese Schlangenart ist sehr scheu und wird schon durch Erschütterungen beim Laufen vor uns Menschen gewarnt um rechtzeitig im Unterholz zu verschwinden.

Erste Hilfe bei einem Biss

Wurde man von einer Spinne oder Schlange gebissen, sollte man zügig Druck auf die Bissstelle ausüben oder einen Druckverband oberhalb der Bissstelle anlegen. Der Druckverband hilft, die Verbreitung der Lymphflüssigkeit zu unterbinden (Pressure-Immobilization-Technique). Das Gift wird im Körper nicht über das Blut, sondern die Lymphe verteilt.
Anschließend sollte das Bein oder der Arm möglichst nicht mehr bewegt werden und schnellstmöglich ein Arzt gerufen werden. Es herrscht jedoch kein Grund zur Panik – der Biss einer Sydney Funnelweb Spider tötet frühestens 2 Stunden nach dem Biss, meist eher später.
Krankenhäuser haben heutzutage meist Gegengift parat und meist eine Mischung aus verschiedenen Gegengiften. Somit ist die Art der Spinne oder Schlange nicht mehr so wichtig für die Behandlung.
Bei Schlangen und Spinnen kann es zu Trockenbissen kommen – also einem Biss ohne Giftabsonderung. Ob ein Angriff jedoch trocken oder mit Gift war, lässt sich nicht ohne weiteres feststellen, sodass in jedem Falle ein Arzt benachrichtigt werden sollte.

Gewinnung von Gegengift

Schlangen und Spinnen werden in speziellen Stationen gehalten und regelmäßig „gemolken“. Dabei werden sie also zur Giftabgabe animiert und dieses Gift dann aufgefangen.
Dieses Gift wird dann einem Tier, im größten Fall einem Pferd, injiziert. Anfangs in ganz kleinen Dosen, bis es Antikörper entwickelt hat und die volle Dosis verträgt. Diese Antikörper werden dem Tier dann entnommen und als Gegengift verwendet.
Für die Inland Taipan gibt es kein Gegengift, weil selbst die kleinste Dosis das Pferd töten würde. Stattdessen kann man auch das Gegengift der Coastal Taipan verwenden.

Weitere giftige Tiere

Ganz unscheinbar und klein ist der Box Jellyfish – die Würfelqualle. Sie ist im Sommer an den Küsten und Stränden der nördlichen Hälfte Australiens zu finden. Gegen sie hilft ein „Stinger Suit“ – ein Ganzkörperanzug, der den Kontakt der Tentakel mit der Haut verhindert. Denn dieser Hautkontakt löst eine chemische Reaktion aus, die im Ergebnis das Gift an den menschlichen Körper übergibt.
Wurde man doch einmal erwischt, soll Essig als erste Hilfe nützlich sein und die chemische Reaktion unterbinden. Dabei gilt es unbedingt die Finger wegzulassen, da sonst die Reaktion auf der Fingerhaut wieder starten würde.
Auch der Platypus, das Schnabeltier besitzt Giftzähne. Das Gift ist wohl nicht sehr gefährlich, jedoch sehr schmerzhaft. Also lieber aus sicherer Entfernung beobachten, so denn man die Platypusse überhaupt zu Gesicht bekommt.

Fazit

Aus Europa kommend sind die Befürchtungen hinsichtlich Schlangen und Spinnen groß. Im Alltag und ganz besonders in der Großstadt spielen Spinnen und Schlangen jedoch kaum eine Rolle. Sie sind scheue Wesen und gehen den Menschen so gut es geht aus dem Weg. Der/Die Durschschnittsaustralier:in sehen vielleicht einmal in 10 Jahren eine Schlange – und das trotz Camping und Bushwalks. Man muss schon viel Glück haben, um eine größere Spinne oder Schlange bestaunen zu können. Und wenn es doch mal zu einer Begegnung kommt: Ruhe bewahren und wenn nötig langsam rückwärts zurückweichen.
Alles in Allem gibt so gut wie keine Gründe, den Urlaub, das Studium oder ein Leben in Australien auf Grund von Spinnen und Schlangen abzusagen.

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Urlaub in QLD

Im nächsten Teil der kleinen Serie zur Vorstellung der Urlaubsregionen in den States und Territories geht es dieses Mal nach Queensland (QLD) – den „Sunshine State“. Dieser hat für das viele schöne Wetter unzählige Kilometer schönster Sandstrände zu bieten. Für jeden Geschmack ist etwas dabei: von Party über Einsamkeit bis gefährlich und natürlich Tauchen im Great Barrier Reef.

Queensland lässt sich in 6 (inoffizielle) Regionen einteilen:

  • South-East-Queensland
  • White Bay Burnett
  • Central Queensland
  • North Queensland
  • Far North Queensland
  • Outback Queensland

Queensland hat mit seinen etwa 5,2 Millionen Einwohner weniger als Sydney allein. Dementsprechend wird es hier eher voll von Touristen, als von den Einwohnern.
Beim Wetter hat Queensland viel Sonne, aber auch hohe Luftfeuchtigkeit und Cyclone im Sommer zu bieten. Der Norden hat dabei im Winter immer noch Urlaubstemperaturen für T-Shirt und kurze Hosen zu bieten. Hotel-Swimmingpools müssen jedoch im Winter beheizt sein, da sie sonst zu kalt zum einfachen baden sind.

South-East-Queensland

Diese Region besteht aus der Gold Coast, Brisbane und der Sunshine Coast und hat damit die meisten Einwohner zu bieten.
Gold Coast ist ein beliebtes (Party-) Urlaubsziel der Australier. An den langen Stränden von Surfers Paradise gibt es als Besonderheit zahlreiche Hochhäuser, die diesem Strandabschnitt einen ganz besonderen Anblick verleihen.
Brisbane als Hauptstadt von Queensland ist sicherlich einen Abstecher wert. Entlang des Brisbane Rivers kann man sehr schön spazieren oder auf dem Fluss mit der Fähre um die Innenstadt schippern.
Die Sunshine Coast ist ruhiger und natur-naher als die Gold Coast. Als zentraler Ort ist hier Noosa sehr beliebt. Statt Hochhäuser gibt es hier eher Hotel-Resorts.

White Bay Burnett

Hier findet sich Bundaberg, sowie die Fraser Coast mit Fraser Island, der weltweit größten Sandinsel. Doppelt so groß wie Rügen wartet Fraser Island mit Regenwäldern, Süßwasserseen und einem Highway auf dem Strand auf. Am 75 Mile Beach landen sogar Kleinflugzeuge. Zum Baden ist der Strand jedoch nicht geeignet – eine starke Strömung und gefährliche Meeresbewohner wie z.B. Haie empfehlen lieber einen Badeausflug nach Hervey Bay, dem Eingangstor nach Fraser Island auf dem Festland. Hier kann man im Winter auch Wale beobachten, die ihren frisch geborenen Nachwuchs großziehen, bevor es im Frühling wieder Richtung Antarktis geht.
Bundaberg ist weithin bekannt für seine Zuckerrohrfelder und die Rum Brennerei. Nördlich von Bundaberg, in Mon Repos, legen jährlich tausende Schildkröten ihre Eier. Das kann man von November bis März in abendlichen Touren beobachten. Die kleinen Schildkröten schlüpfen dann im Januar und besonders Februar und können bei ihrem abenteuerlichen Weg ins Wasser beobachtet werden.

Central Queensland

An der Capricorn Coast gibt es menschenleere Strände zu entdecken. Das Südliche Great Barrier Reef sorgt dann auch für gute Schnorchel- und Tauchbedingungen. Der Zentrale Ort ist hier jedoch etwas weiter im Inland: Rockhampton – die Rinderhauptstadt Australiens.
The Whitsundays locken mit Bildern wie aus dem Paradies: Seichtes Wasser, weiße Strände und türkisblaues Meer. Whiteheaven Beach ist mit seiner 7km Länge einer der hellsten Strände der Welt. Statt in einem Hotel kann man hier auch die Zeit auf einem Segelboot verbringen. Bei einem Rundflug gibt es dann auch einen Blick auf das Herzförmige Riff. Das Eingangstor zu den Whitsundays ist Airlie Beach.

North Queensland

In North Queensland wird es ruhiger – hier ist hauptsächlich Townsville zu erwähnen. Die Stadt ist der Ausgangspunkt nach Magnetic Island – die kleine und günstigere Schwester der Whitsundays. Auch Touren ins Great Barrier Reef starten in Townsville, aufgrund der größeren Entfernung sind diese jedoch meist teurer als noch weiter im Norden.

Far North Queensland

Dieses letzte, nördliche Ende der Queensland-Küste hat seinen Fokus auf dem Great Barrier Reef im Wasser und dem Tropischen Regenwald an Land.
Cairns als größte Stadt ist nett, aber auch nicht sehr besonders. Touren zum Great Barrier Reef starten entweder hier oder in Port Douglas, wobei zum Schnorcheln und Tauchen das „Outer Reef“ zu empfehlen ist, da dies noch am besten intakt ist.
Ansonsten ist Baden hier nur noch in bewachten und abgesperrten Strandabschnitten zu empfehlen – Krokodile können sowohl in Flüssen, als auch im Ozean anzutreffen sein. Im Sommer gibt es dann noch die hochgiftige Würfelqualle – es ist also Vorsicht geboten!
Nördlich von Port Douglas ist der Daintree Nationalpark zu empfehlen – hier geht der tropische Regenwald direkt in das Great Barrier Reef über und beide leben hier eng zusammen.
Wer nicht bis Port Douglas fahren mag, kann auch von Cairns aus den Regenwald um Kuranda u.a. aus einer Seilbahn bewundern.
Krokodile von Nahem kann man in Hartley’s Crocodile Adventures bestaunen.
Gen Westen startet in Cairns der Savannah Way – 3.700km (zumeist unbefestigt) bis Broome in Western Australia.

Outback Queensland

Zusammengefasst ist das das Inland Queenslands. Hier gibt es viel Outback und Wüste und ganz viel Nichts. Küstennah ziehen sich Nationalparks / Regenwälder von Süden bis Norden, doch dahinter muss man die besonderen Orte schon gezielt anfahren, die es zweifelsohne hier und da gibt.
Eine dieser Besonderheiten ist das größte Rodeo-Event der Südhalbkugel in Mount Isa. 26.000 Besucher lassen hier im August mit Cowboy-Hut, Jeans und Stiefeln Wild-West-Stimmung aufkommen.

Art des Reisens

Von International landete man meist in Brisbane, einige wenige Verbindungen gibt es auch nach Cairns. Inner-Australisch sind die meisten Städte entlang der Küste per Flugzeug zu erreichen.
Vor Ort lohnt es sich dann mit einem Wohnmobil oder mindestens Geländefahrzeug und Zelt zu reisen. Dabei sollten jedoch die Entfernungen nicht unterschätzt werden! Cairns – Sydney ist sicherlich in 2 Wochen zu schaffen, 3 Wochen wäre besser und noch mehr um alles noch entspannter zu entdecken.

Big Things

In Queensland befinden sich derzeit 114 „Big Things“. Die 7 herausragendsten sind:

  • Big Pinapple in Sunshine Coast, in Woombye
  • Big Barrel und Big Bottle in Bundaberg
  • Big Mango in Bowen
  • Big Gumboot in Tully, der feuchtesten Stadt Queenslands
  • Big Cassowary in Mission Beach
  • Big Watermelon in Chinchilla

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