Dein Podcast zum Kennenlernen, Erobern und Träumen

Autor: Mathias (Seite 1 von 2)

Anfang in Australien

Irgendwann ist immer das erste Mal. Unser Start in Australien war aufregend und voller Erkundungen. Alles will entdeckt und erlernt werden. Hier gibt es mal eine kleine Übersicht, was es am Anfang kennenzulernen gibt.

Auto Fahren

Australien als Auto-freundliches Land verlangt im Umkehrschluss natürlich auch einen fahrbaren Untersatz. Und dieser fährt hier bekanntermaßen auf der linken Seite – sprich das Lenkrad ist rechts. Das ist sicherlich Gewöhnungssache, geht aber eigentlich recht schnell. Doch Vorsicht – nach etwa 4 Wochen, so sagt man, hat man sich bereits so sehr an das Fahren auf der anderen Seite gewöhnt, dass das Risiko für Unfälle wieder steigt. Wenn dann nämlich eine ungewohnte Situation kommt, auf die man intuitiv reagiert, könnte die Reaktion die falsche sein (weil auf den Rechtsverkehr ausgerichtet).

Alles kennenlernen

Lerne deine Umgebung, deine Supermärkte, Ärzte, etc. kennen. Viele Geschäfte haben keine selbstverständlichen Namen…

  • Woolworth oder Coles sind Supermärkte
  • Big W, Kmart oder Target sind Gemischtwarenläden, wo es Kleidung aber auch Waren für den häuslichen Gebrauch gibt
  • Bunning und Mitre10 sind Baumärkte
  • Bing Lee, The Good Guys und JB-Hifi bieten Elektronik an

Ärzte sind oft privat zu zahlen, Termine gibt es per Telefon oder online.

Anmelden / Führerschein

In Australien meldet man sich nicht wie in Deutschland am Wohnort an.
Wenn man längere Zeit in Australien leben möchte, lohnt es sich, einen Australischen Führerschein zu besitzen. In NSW kann man diesen z.B. ganz bequem bei Service NSW beantragen. Dazu benötigt es nur den Reisepass, den deutschen Führerschein, ein weiteres Identifikationsdokument, z.B. eine Kreditkarte mit vollem Namen und etwas Geld.
Der Führerschein ist dann ein hilfreiches Identifikationsdokument, da er auch die Adresse und ein Foto enthält. Das Foto wird direkt am Counter bei der Beantragung gemacht, genauso wie ein Sehtest.

Mobiles Internet und Telefonie

Jeder Supermarkt verkauft SIM-Karten für das Handy. Die großen Anbieter sind Telstra (vergleichbar mit der deutschen Telekom), Vodafone und Optus. Und dann gibt es auch die Subbrands, wie z.B. Aldi Mobile, welche die Netze der großen Anbieter verwenden.
Mobiles Internet kommt meist zusammen mit einer Telefon- und SMS-Flatrate und ist gar nicht teuer.
Die Technik ist kompatibel zu unseren deutschen Handys, sodass es nach Einlegen der SIM-Karte und Anmelden beim Anbieter direkt losgehen kann.

Bankkonto und Bezahlen

Wer länger in Australien leben möchte, sollte sich ein lokales Bankkonto anlegen. Das kommt dann auch mit einer Debit-Card (offiziell ist das keine „Kredit“karte), zum lokalen bezahlen. Für den Anfang funktioniert natürlich auch die deutsche Kreditkarte, allerdings kann es hier zusätzliche Kosten für den Einsatz im Ausland geben.
Kartenzahlung ist in Australien sehr weit verbreitet. Selbst auf dem Markt kann man mittlerweile oft schon per „Tap“ mit Karte bezahlen.

Wohnen und andere Alltagshürden

Eine Wohnung oder Haus zur Miete zu finden kann mitunter sehr schwierig sein. Hat man ein Objekt gefunden, folgt ein intensives Bewerbungsverfahren, um der oder die Auserwählte zu werden. Wohnt man dann, gilt es die ganzen Utilities zu beantragen. Wasser ist in der Miete von Wohnungen oftmals enthalten. Strom, Internet und Gas ist jedoch separat zu bezahlen. Im Gegensatz zu Deutschland gibt es bei Wasser, Strom und Gas jedoch keine monatliche Abschlagzahlung, sondern eine quartärliche, manuelle Ablesung, welche dann in Rechnung gestellt wird. Internet zahlt man dann allerdings doch monatlich.

Unterwegs gilt es am Anfang auch erst einmal die Abläufe kennen zu lernen – z.B. im Bus. Wo steigt man ein, wie kauft man seine Fahrkarte, woher weiß man, wo man aussteigen muss. Zum Beispiel in Sydney werden im Bus meist keine Stationen angesagt oder angezeigt. Da gilt es also zu wissen, wo man raus will, auf der Karte die Route nachzuverfolgen oder man fragt einfach freundlich den Busfahrer.

Und dann gilt es die Umgebung kennenzulernen und sich in die lokale Community zu integrieren. Viel Spaß dabei!

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An Australien vermissen

Uns steht ein großer Wechsel bevor – wir werden unseren Lebensmittelpunkt zurück nach Deutschland verlegen. Den Australien Podcast soll es allerdings weiterhin geben – noch gibt es Themen über die ich gern sprechen mag. Schick mir auch gerne deine Themenwünsche, was du gern erfahren möchtest. Entweder hier als Kommentar, per E-Mail, Facebook oder Instagram.
In jedem Fall gibt es so einige Sachen, die wir hier in Australien liebgewonnen haben und vermissen werden…

  • Sonntagsöffnungszeiten
    • Geschäfte und vor allem Supermärkte haben hier jeden Sonntag geöffnet.
    • Nach dem Urlaub also am Sonntag noch den Wocheneinkauf erledigen ist kein Problem.
  • Auto-freundliches Land
    • Wenn es auch nicht sehr umweltfreundlich ist, hilft es bei den großen Entfernungen und eher schlechteren Öffentlichen Verkehrsmitteln doch ungemein
    • Parkplätze gibt es meist ausreichend, egal ob am Shopping Centre oder am Strand
  • Strände
    • Hier ist jeder Strand besser als der andere.
    • Gerade in Sydney ist der Weg zum Strand oftmals nicht weit.
    • Abgesehen von der guten Meeresluft.
  • Sonne
    • Der viele Sonnenschein, selbst im Winter, sorgt für Vitamin-D und gute Laune.
  • Natur
    • Die tolle Natur in Sydney und auch im Rest von Australien hat immer wieder zu beeindruckenden Wanderungen eingeladen.
    • Das Wetter und die Möglichkeiten laden allgemein dazu ein, viele Aktivitäten draußen stattfinden zu lassen.
    • Wilde Tiere im Garten waren immer etwas Tolles – natürlich nur, solange es sich nicht um giftige Tiere handelte… Abends raschelten zwei verschiedene Arten Possums (Ring-Tail- und Brush-Tail-Possum) in den Büschen und tagsüber begeisterten z.B. die Regenbogenloris. Kleine bunte Papageien, die sich dann abends zu hunderten im Schlafbaum sammeln. Die gibt es dann eine halbe Stunde krach, bis jeder seinen Platz und seinen Nachbar gefunden hat und plötzlich ist Ruhe.
  • Urlaubsmöglichkeiten im eigenen Land
    • Die kleine Mini-Serie der Urlaubsdestinationen zeigt ja schon, dass Australien sehr viele tolle Ecken zu bieten hat. Vom Tropischen Norden, über den kühl-gemäßigten Süden, die Wüsten im Inneren und die tollen Strände an den Küsten gibt es für jeden Urlaub etwas Neues zu entdecken.
  • Offenheit und Freundlichkeit der Australierinnen und Australier
    • Wenn es auch meist eher etwas oberflächlicher zugeht, sind die Australier:innen sehr aufgeschlossen und man kann schnell ins Gespräch kommen. Dabei geht es immer freundlich zu, sodass gute Laune an der Tagesordnung ist. Das hebt dementsprechend auch die gesamte Stimmung und führt zu einer allgemein positiven Lebenseinstellung.
  • Multikulturelles Umfeld
    • Hier ist (fast) jede und jeder irgendwann mal zugewandert. Dementsprechend fällt man als zugewanderter Deutscher kaum auf. Einen Akzent haben viele in der Sprache, auch wenn sie schon seit Jahrzenten in Australien heimisch geworden sind.
    • Viele Kulturen sorgen dann natürlich auch für leckere internationale Restaurants. Das haben wir immer sehr genossen. Und meist kann man recht gesund essen.
  • Obst und Gemüse
    • Das tropische Obst und allen voran die Mangos waren immer wieder unschlagbar. Mittlerweile geht die Mango-Saison fast ein halbes Jahr vom Frühling bis in den Herbst.
    • Auch beim Gemüse gibt es meist eine gute Auswahl. Avocados sind z.B. das ganze Jahr zu bekommen und auch sehr lecker.
  • Sportmöglichkeiten im nahen Umfeld
    • Schwimmen ist hier ein teils überlebenswichtiger Sport, keine möchte sein Kind im Pool oder Meer ertrinken sehen. Das erklärt dann auch die guten australischen Ergebnisse bei internationalen Schwimmwettbewerben.
    • Laufen geht natürlich immer, auch wenn die Bedingungen besser sein könnten, wie z.B. fehlende Gehwege
    • Golf ist in Australien auch ein recht verbreiteter Sport, der von einer breiten Bevölkerung gespielt wird. Dementsprechend mangelt es auch nicht an Golfplätzen in jeder möglichen Lage.
    • Sportplätze gibt es fast in jedem Suburb und laden neben den eigentlichen Sportarten wie z.B. Netball, zum Rad- oder Rollschuhfahren ein.
  • Annehmlichkeiten der lokalen Gemeinden
    • Hier gibt es viele tolle Spielplätze für kleine und große Kinder.
    • Viele größere Parks haben Picknickplätze mit kostenlosen BBQ (Nutzbare BBQ, weil sie nicht mutwillig zerstört werden), teilweise sogar am Strand.
    • Viele öffentliche Toiletten – in Parks, an Spielplätzen, am Strand. Eigentlich überall wo man eine Toilette benötigt, ist eine zu finden. Und selbst öffentliche Toiletten sind meist in einem halbwegs akzeptablen Zustand. Das ganze gibt es dann sogar kostenlos.
    • Auch Wasserspender gibt es eigentlich überall, wo man sie benötigt. Auf jeden Fall in Parks und an Spielplätzen.
  • Gutes Wetter im Winter
    • Sonnenschein im Sommer erwartet und bekommt man in Sydney reichlich. Doch auch im oft kühlen Winter gibt es oft strahlend blauen Himmel und wärmenden Sonnenschein. So kann man auch im Winter draußen aktiv bleiben.
  • Sydney
    • Die Manly-Fähre war immer wieder ein Highlight. Eine knappe halbe Stunde Fahrt durch tolle Buchten, vorbei an urbanen Stadtteilen und grünen Nationalparks. Vom beschaulichen Manly ging es direkt in den Central Business District mit seinen Hochhäusern, der Oper links und der Harbour Bridge rechts.
    • Das Sydney Opera House ist jedes Mal wieder magisch, wenn man in die Innenstadt kommt.
    • Natürlich gehört auch die Harbour Bridge zum unverwechselbaren Erscheinungsbild dazu.

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Urlaub in TAS

Im dritten Teil der kleinen Serie zur Vorstellung der Urlaubsregionen in den States und Territories geht es dieses Mal nach Tasmanien (TAS) oder „Tassie“, wie es die Australier nennen. Tasmanien hat Ähnlichkeiten zu Neuseeland: es gibt viele Wälder, unberührte Natur, Strände und Berge und das alles bei einem gemäßigten, eher etwas kühleren Klima. Also die perfekte Urlaubsdestination, um mal ein wenig Abstand zu bekommen und das Leben zu genießen.

Geschichte

Tasmanien wurde vor etwa 40.000 Jahren erstmals von den Ureinwohnern besiedelt. Es wird vermutet, dass es damals noch eine Landbrücke zum Australischen Festland gab, die heute unter der Tasman Sea liegt.
Somit wurde das südöstlich vor Australien liegende Tasmanien zur Insel – der größten australischen Insel.
Nach der Gründung Sydneys segelten die ersten Siedler weiter nach Hobart und gründeten dort die zweite Siedlung. Anfangs war Tasmanien noch Teil der Kolonie New South Wales. 1825 wurde es eigenständig und „Van Diemen’s Land“ genannt. 1856 änderte sich der Name zu Tasmanien und wurde 1901 ein eigener State im Commonwealth of Australia.
Bis 1856 kamen etwa 75.000 Convicts (Verurteilte) nach Tasmanien, die entweder für freie Siedler arbeiteten oder bei besonderer Schwere der Straftat ins Arbeitslager nach Port Arthur kamen.

Allgemeines

Der State Tasmanien umfasst noch etwa 1000 weitere Inseln, die zusammengenommen etwa so groß wie Irland oder Bayern sind.
Mit gerade einmal 541.000 Einwohnern ist Tasmanien recht spärlich besiedelt.
Hobart ist die Hauptstadt und zweitälteste Stadt Australiens. Im Vergleich zu den anderen State-Capitals hat Hobart die geringsten Durchschnittstemperaturen und überraschenderweise auch den zweitgeringsten Niederschlag.
Bedingt durch die Lage inmitten der Tasman Sea, ist die Fischerei ein wichtiger Wirtschaftszweig, der sich auch auf den Speisekarten der lokalen Restaurants wiederspiegelt. Besonders Jakobsmuscheln („Scallops“) sind weit verbreitet und Hummer beliebt zur Weihnachtszeit.

Tasmanien lässt sich in 6 Regionen einteilen:

  • Hobart and South
  • East Coast
  • Launceston and North
  • North West
  • West Coast
  • Flinders Island und Kings Island

Hobart and South

Diese Destination umfasst Hobart, die Region südlich von Hobart sowie das Zentrum Tasmaniens.
Hobart zeigt beeindruckend seine Geschichte im Stadtviertel Battery Point, wo noch viele alte, kleine Häuser erhalten sind. Unweit des Hafens ist eine aktive Kunstszene in Salamanca Place zu finden. Hier gibt es auch jeden Samstag einen tollen Wochenmarkt, den man nicht verpassen sollte. Kulturell hat Hobart auch das MONA zu bieten, das Museum of Old and New Art. Dieses erreicht man per Bootsfahrt den River Derwent flussaufwärts.
Unweit des Stadtzentrums ragt der Mount Wellington, auch kunanyi genannt, bis in 1200m Höhe und bietet einen tollen Blick über die Stadt und seine Umgebung.
Südlich von Hobart befindet sich das Huonvalley, ein Obstanbaugebiet.
Südöstlich liegt die Tasman-Halbinsel. Hier lohnt sich ein Besuch der Port Arthur Historic Site – einem Arbeitslager für Strafgefangene, von welchem teilweise nur noch die Ruinen erhalten sind, aber manche Zelltrackte auch wieder aufgebaut wurden.

East Coast

Die East Coast ist gesäumt von tollen Stränden. Besonders malerisch wird es im Freycinet National Park. Hier lohnt sich ein Aufstieg auf den Berg mit Blick auf die Wineglass Bay. Vom Aussichtpunkt sind es dann etwas weniger als 1000 Stufen runter in die Bucht, die an schönen Tagen zum Baden einlädt. Allerdings geht es anschließend die fast 1000 Stufen wieder hoch.
Gen Norden kommt dann der kleine Ort Bicheno. Hier kann man abends Pinguine beobachten, wie sie in ihre Nester zurück am Strand laufen. Zur Brutzeit im Sommer kommen bis zu 200 Pinguine aus dem Meer, im Winter sind die Zahlen dann teils nur noch einstellig.
St. Helens ist ein weiteres, nettes, kleines Fischerdorf. Hier gibt es Seafood am Hafen.
Das nördliche Ende der East Coast bildet die Bay of Fires. Diese hat viele Felsen mit rotem Flechtenbewuchs zu bieten. Der Name Bay of Fires kommt jedoch von den sichtbaren Feuern der Ureinwohner, als die ersten Siedler nach Tasmanien segelten.
Landeinwärts von St. Helens geht es weiter in Richtung Norden. Hier lohnt ein Halt an der Käserei „Pyengana Dairy Company“ für einen Cheese-Platter. Der nahegelegene Wasserfall St Columba Falls lohnt dann auch noch einen Abstecher, bevor die Wege länger werden.

Launceston and North

Launceston ist die zweitgrößte Stadt Tasmaniens. Die Innenstadt bietet einen wilden Mix aus historischer Architektur und neuerlicher Bausünden. Hier empfiehlt sich das Queen Victoria Museum, welches tolle Probierstationen für Kinder bietet, aber auch eine große Schmiede-Fabrikhalle und Einblicke in die lokale Fauna. Unweit der Innenstadt liegt der Cataract Gorge. Das ist ein kleines Naturschutzgebiet mit Sessellift, Hängebrücke, Spielplatz und wilden Kängurus.
Nördlich von Launcesten befinden sich auch wieder Obstanbaugebiete. Im Sommer lohnt sich ein Abstecher dahin – die Kirschen sollen sehr lecker sein.
An der Nordküste liegt der kleine Badeort Bridport. Ein niedliches kleines Dörfchen für die lokalen Wochenendurlauber mit Campingplatz direkt am Wasser.
Südlich von Launceston wird es historisch. Der Ort Evendale ist noch sehr antik erhalten mit netten kleinen Geschäften. Die Clarendon Villa ist eine originalgetreu erhaltene Villa freier Siedler und kann besichtigt werden. Wie man damals allerdings ohne fließend Wasser und ohne Heizung dort leben konnte, ist schwer nachzuvollziehen.

North West

Im Nordwesten Tasmaniens befindet sich Devonport, der Fährhafen für die Verbindung nach Melbourne: „Spirit of Tasmania“. Ansonsten gibt es hier eher kleinere Orte.
Das Highlight ist dann der Cradle Mountain-Lake St Claire National Park. Das Cradle Mountain Besucherzentrum liegt auf etwa 900m ü.NN.. Von hier aus fährt ein Shuttlebus zu verschiedenen Wanderwegen. Besonders zu empfehlen sind die Wanderwege um den Dove Lake und zum Crater Lake. Wir konnten Wombats am Rony Creek beobachten. Mitten am Tag grasten sie friedlich neben dem Wanderweg. Diese Walks sind auch Teil der „60 Great Short Walks“ – einer Sammlung toller tasmanischer Wanderwege, die zwischen 20 Minuten und 2-3h lang sind.
Wer es etwas länger mag, kann am Besucherzentrum auf den Overland Track starten – ein 65km langer, 6 Tage dauernder Wanderweg bis zum Lake St Claire Besucherzentrum.
Der Besuch des Nationalparks kostet Eintritt. Hier lohnt sich der Holiday Pass, der für alle Nationalparks auf Tasmanien für 2 Monate gilt. Schon beim zweiten Nationalpark rentiert sich das Ticket.

West Coast

Die West Coast ist geprägt vom Bergbau. In vielen Orten gibt es Gruben, Minen oder alte Fördertürme. Ansonsten gibt es hier viel ruhige Natur und lange Entfernungen, die man auf den engen Landstraßen nicht unterschätzen darf.
Für die regionale Geschichte lohnt ein Besuch im Regional Museum Zeehan.
Das Hafendorf Strahan lädt zur Bootsfahrt ein.
In der Bergbaustadt Queenstown fährt täglich ein historischer Ausflugszug gen Strahan ab. Südlich von Queenstown wurden die Wälder vor langer Zeit für den Bergbau gerodet. Heute ist nur noch eine Mondlandschaft übrig.

Flinders Island und King Island

Diese beiden Inseln befinden sich etwas abseits der Hauptpfade. Touristen, die 1-2 Wochen Zeit für Tasmanien haben, werden kaum einen Fuß auf diese Inseln setzen. Daher geht es hier nochmal etwas ruhiger und gemächlicher zu.

Art des Reisens

Um halbwegs effizient Tasmanien bereisen zu können, empfiehlt sich ein fahrbarer Untersatz. Das kann ein Auto sein, mit Übernachtungen in Motels oder Campingplatz-Cabins oder auch ein Wohnmobil.
Wohnmobile kann man in Hobart ausleihen und zurückgeben. Dank der Spirit of Tasmania Fähre nach Melbourne kann man Tasmanien auch wunderbar in die Reiseroute als Start- oder Endpunkt oder einfach nur als Zwischenstopp einplanen. Für Wohnmobile gibt es auch immer wieder freie Stellplätze, sofern man denn keinen Strom für z.B. eine Heizung braucht.

Big Things

Auf Tasmanien befinden sich weitaus weniger Big Things als in Queensland oder New South Wales. Doch immerhin wartet eine niedrige zweistelle Anzahl darauf entdeckt zu werden. Die 7 herausragendsten sind:

  • The Big Penguin in Penguin
  • The Big Tasmanian Devil in Mole Creek
  • The Big Wickets in Westbury
  • The Big Coffee Pot in Deloraine
  • The Big Cherries in Latrobe
  • The Big Platypus in Latrobe
  • The Giant Rasperry im Derwent Valley

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Slang

Die Australier:innen machen es sich beim Sprechen gern einfach und kürzen ab wo es nur geht. Das macht es uns nicht-Einheimischen dafür umso schwerer, sie zu verstehen. Hier gibt es mal eine kleine, sicherlich unvollständige Liste, was mir so im Alltag an australischer Mundart begegnet.

Allgemein

TA – Thank you
JD – Job Description
Ts & Cs – Terms and Conditions
PDS – Product Disclosure Statement
RBT – Random Breath Test
RSL – Returned Services League
MCG oder SCG – Melbourne oder Syndey Cricket Ground
WA – Western Australia
k – Kilometer, auch als Geschwindigkeit
mills – Millimeter

Umgang

G’Day – Guten Tag, aber eher von Älteren verwendet
How are you – klassicher erster Satz
C’ya later – Verabschiedung
Rydo und Alrighty
No worries – der Spruch für alles, worum man sich keine Sorgen machen soll, braucht oder es schon klar geht
Give it a go oder Fair go – Etwas oder jemandem eine gleiche Chance geben

Essen und Trinken

Brekky – Frühstück
Bikky – Biscuit = Keks
Chokky – Schokolade
Cuppa – eine Tasse Tee
Benny – Eggs Benedict = Pochiertes Ei
Avo – Avocado
Maccas – McDonalds
Chips – sowohl Pommes als auch Kartoffelchips
Snag – Bratwurst
Barbie – Barbecue = Grillen
Schnitty – Schnitzel
Lollies – Süßigkeiten
Vegemite – herzhafte Hefepaste
Veggies – Gemüse
Capsicum – Paprika (Paprika Gewürz heißt dann aber trotzdem „Paprika“)
Pavlova – leckerer Kuchen auf einer Baiser-Basis
Kaffee…
Long Black – Doppelter Espresso mit kochenden Wasser – eine Tasse voll
Espresso oder Short Black
Cappucino – Espresso mit aufgeschäumter Milch und dicker Schaumschicht und Kakaopulver oben drauf
Latte – Espresso mit aufgeschäumter Milch und mitteldicker Schaumschicht
Flat White – Espresso mit aufgeschäumter Milch und dünner Schaumschicht
Piccolo – Ristretto mit etwas Milch
Morning Tea – Zweites Frühstück
Afternoon Tea – Kaffee und Kuchen am Nachmittag
High Tea – heutzutage festlichere Variante des Afternoon Tea, inkl. herzhafter Snacks

Alltägliches

Straya – Australia
Sunnies – Sonnenbrille
Jumper – Pullover
Arvo – Afternoon
Bloke – Mann
Bogan – Kerl, Typ, eher im nagtiven sinne, nicht gerade der hellste
Mate – Freund
Tradie – Handwerker
Ute – Auto mit Ladefläche, Pickup
Rego – Autozulassung oder Kennzeichen
Servo – Tankstelle
Tinnie – Bier oder kleines Boot
Car Park – Parkhaus, Parkplatz oder gar nur die Parklücke
Postie – Briefträger
Ambo – Krankenwagen
Garbo truck – Müllauto
Thongs – Flipflops
Uggies – Ugg Boots
Undies – Unterwäsche
Footy – Australian Football
Dunny – Toilette
Swimming Costume oder bathers – Badeanzug
Budgie Smugglers – männliche kurze Badehose
Esky – Kühltruhe
Brolly – Umbrella = Regenschirm
Mozzies – Moskitos = Mücken
Fortnight – 2 Wochen
Couple – 2, und genau 2, nicht einige bzw. ein paar
Grey Nomads – Renter, die durch Australien reisen

Orte

Sunny Coast – Sunshine Coast, QLD
Bundy – Bunderberg, QLD oder Rum
Brisvegas oder Brizzy – Brisbane, QLD
Wagga – Wagga Wagga, NSW (Aber Woy Woy wird nicht abgekürzt)
Tassie – Tasmanien
Woolies – Woolworth = eine Supermarktkette
The Reck – Recreational Centre, in Pacific Palms, NSW
Surf Club -Surf Life Saving Club = Rettungsschwimmer

Tiere

Bats – Fledermäuse oder auch Flughunde
Roos – Kangaroos
Chook – Chicken = Huhn

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ANZAC Day

Der 25. April ist in Australien nationaler Gedenktag für die aktiven, ehemaligen und gefallen Soldaten aus den Kriegen und Krisen dieser Welt.

ANZAC und ANZAC Day

ANZAC ist die Abkürzung für „Australian and New Zealand Army Corps (ANZAC)“, einer gemeinsame Einheit der australischen und Neuseeländischen Truppen im 1. Weltkrieg.

Am 25. April 1915 landete die Arme von Australien und NZ in Gallipoli in der heutigen Türkei um an der dortigen Schlacht teilzunehmen. Der Kampf wurde verloren und es gab viele Gefallene.
Am 25. April 1916 wurde erstmals an die verlorene Schlacht und die gefallenen Soldaten gedacht und dies auch schon als ANZAC Day benannt.

Der 25. April ist bis heute also nationaler Gedenktag geblieben um den aktiven, ehemaligen und gefallen Soldaten aus den Kriegen und Krisen dieser Welt zu gedenken.

Dawn Service

Das Gedenken geschieht in den meisten Fällen während eines „Dawn Service“. Eine Gedenkveranstaltung zum Sonnenaufgang, während der ein Horn- oder Trompetenbläser zunächst „The Last Post“ spielt. Dem folgen eine Gedenkminute und ein weiteres Solo „The Rouse“ (manchmal auch „Reveille“). Zum Abschluss gibt es dann eventuell noch ein Gedicht oder die Australische und Neuseeländische Nationalhymne.

Nationales Gedenken

Die Nationale Gedenkfeier findet in Canberra am War Memorial um 10:30 statt.

Marches / Paraden

In den Großstädten gibt es zudem Militärparaden – „Marches“, bei denen Veteranen von Musik begleitet durch die Stadt ziehen.

Light up the Dawn

2020 konnten während des Lockdowns in Australien keine zentralen Veranstaltungen stattfinden, sodass die Bürger aufgerufen wurden, an ihrer Einfahrt oder auf dem Balkon oder am Fenster eine Kerze zu entzünden und morgens um 6 eigenständig eine Gedenkminute einzulegen. Eventuell gab es in der Nachbarschaft eine Trompetenspielerin oder einen Trompetenspieler, der dann „The Last Post“ und „The Rouse“ spielte.
Auch in 2021 wurde wieder dazu aufgerufen, wenn man sicherheitshalber keine zentrale Veranstaltung besuchen wollte.

Ein zentrales Symbol ist einerseits die Mohnblüte, welche an Gedenksteinen oder an den Namen der Gefallenen angebracht wird. Andererseits sind Veteranen mit einem Rosmarinzweig am Revers zu sehen.

Essen und Sport

Ähnlich wie auch zu anderen Feiertagen gibt es auch zum ANZAC Day eine Spezialität: ANZAC Biscuits – Haferflockenkekse. Diese findet man in jedem Supermarkt.

Am Nachmittag wird es dann sportlich mit Rugby- und Football-Testspielen.

Feiertag

Der 25. April ist ein Feiertag in Australien. Zumeist sind die Geschäfte am Vormittag geschlossen, öffnen dann aber am Nachmittag wieder ganz normal.
Fällt dieser Tag auf ein Wochenende, gibt es ausnahmsweise keinen Nachholfeiertag am Montag, wenn man in NSW, Victoria oder Tasmanien lebt. Andere States und Territories gewähren nur einen Nachholfeiertag am Montag, wenn der 25. auf den Sonntag fällt. Nur Western Australia und ACT gewähren in jedem Fall den Montagsfeiertag, wenn der 25. auf einen Samstag oder Sonntag fällt.

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Ostern in Australien

Ostern ist in vollem Gange. Im Multi-kulturellen Australien natürlich je nach Familie mal mehr mal weniger.

Feiertage

Wie im deutschsprachigen Raum sind Karfreitag („Good Friday“), Ostersonntag („Easter Sunday“) und Ostermontag („Easter Monday“) Feiertage in Australien.
Extra Ostergottesdienste gibt es hier auch am Gründonnerstag und Karfreitag – Ostersonntag sowieso.

Ferien

Die Australier:innen nutzen das lange Wochenende gern für einen Ausflug. Die Familien mit Schulkindern natürlich auch gleich für einen Urlaub. Somit lassen sich ein paar Urlaubtage sparen. Die Oster-Schulferien dauern zwei Wochen und liegen meist an Ostern dran, je nach Lage im Kalender.

Öffnungszeiten

Die Öffnungszeiten der Geschäfte und Supermärkte unterscheiden sich von State zu State und teils noch von Gemeinde zu Gemeinde. Am Karfreitag haben die meisten Supermärkte geschlossen. In NSW ist zumeist auch am Ostersonntag geschlossen. In den anderen States ist dann am Ostersonntag schon wieder vorwiegend normaler Geschäftsbetrieb, eventuell mit verspäteter Öffnungszeit.
Ostermontag ist in den meisten Fällen wieder ein ganz normaler Öffnungstag, wie Sonn- oder Feiertags.
Alkohol darf an Karfreitag landesweit nicht zum Mitnehmen verkauft, höchstens in Restaurants oder Bars ausgeschenkt werden.
Kleinere, eigenständige Restaurants haben oft das gesamte Osterwochenende geschlossen.

Essen

Fisch und Sea Food scheint auch an Ostern wieder hoch im Kurs zu stehen.
Im süßen Bereich sind hier die „Hot Cross Buns“ überall zu finden. Ein süß-gewürztes, weiches Brötchen mit einem weißen Kreuz obendrauf, dass mit Trockenfrüchten, mit Schokolade oder ohne Füllung gebacken wird. An Karfreitag wird es dann traditionell mit Butter gegessen.
Ansonsten gibt es hier auch ganz normal Schoko-Osterhasen und -eier.

Osterhase

Der „Easter Bunny“ kommt hier auch immer mal wieder als „Easter Bilby“ daher, also dem kleinen, hüpfenden Beuteltier.

Osterdeko und Eiersuche

Osterdeko ist in den Vorgärten kaum zu finden. Für drinnen gibt es in den Geschäften auch Plastikostereier zum Anhängen zu kaufen. Da Ostern in Australien im Herbst stattfindet, ist die Natur noch üppig grün und bedarf daher wenig Schmuck als im europäischen Frühling.
Am Ostersonntag werden dann die Eier versteckt und beim „Easter Egg Hunt“ von den Kindern wieder gesucht.

Sydney Royal Easter Show

Die Sydney Royal Easter Show ist ein Rummel / Jahrmarkt für zwei Wochen im April um Ostern herum mit verschiedenen Fahrgeschäften. Daneben gibt es auch eine landwirtschaftliche Ausstellung, um den Stadtbewohner:innen das Leben auf dem Land vorzustellen.

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Giftige Tiere

Ein Privileg der Australier:innen ist, dass sie dieses wunderschöne, weitläufige, rot-braune Land mit einigen der weltweit giftigsten und schmerzhaftesten Kreaturen teilen…
Diese Folge soll Angst nehmen und Respekt belassen.

Venomous vs. Poisonous

Im Englischen unterscheidet mit „giftig“ in zwei verschiedene Arten – Venomous und Poisonous.
Venomous meint, wenn z.B. eine Spinne oder Schlange beißt und dabei ein Gift absondert.
Poisonous meint, wenn man etwas zu sich nimmt, das giftig wirkt – z.B. giftige Pilze.

Spinnen

Die giftigste Spinne Australiens ist die Sydney Funnelweb Spider – die Sydney Trichternetzspinne. Sie ist eine von etwa 40 Arten Trichternetzspinnen in Australien. Sie leben in einem bis zu 60cm tiefen Loch unter der Erde und haben ein Trichter-förmiges Netz am Ausgang um ihre Beute zu fangen.
Auf Grund ihrer außenliegenden Lungen, benötigen sie immer eine feuchte Umgebung. So sieht man sie, wenn überhaupt, meist nach Regen im feuchten Rasen.
Seit 1981 gibt es ein Gegengift und keine Todesfälle mehr.
Die Redback Spider ist häufig in trockenen, geschützten Ecken im Garten anzutreffen. Sie ist gut an ihrem markanten, roten Streifen auf dem Rücken zu erkennen.
Allgemein gibt es im Garten immer wieder Spinnen – oft in großen Spinnennetzen. Diese sind aber meist eher harmlos – obwohl sie leicht giftig sind, sind sie doch sehr scheu und verschwinden lieber als zu beißen.
Eine Spinne ohne Netz ist die Huntsman Spider („Riesenkrabbenspinne). Wie ihr Name verrät, jagt sie ihre Beute – oft andere (giftige) Spinnen und sonstige Plagen um das Haus herum. Auch Huntsman beißen sehr selten und rennen lieber weg.
Findet man mal eine Spinne im Haus, fängt man diese am besten mit einem Glas oder Plastikbehälter ein, schiebt ein Papier oder eine Pappe zwischen Wand und Behälter/Spinne und befördert die Spinne zurück in den Garten.

Schlangen

Die giftigste Schlange Australiens ist die Inland Taipan. Sie ist aber sehr scheu und nur in einem bestimmten und trockenen Teil des Outbacks zu finden.
Die zweitgiftigste Schlange – die Eastern Brown Snake – ist an der Ostküste von Adelaide bis Cairns anzutreffen. Sie sonnt sich gerne und schreckt nicht gleich vor Menschen hoch, sodass beim Bushwalk etwas Vorsicht geboten ist, dass man nicht über sie stolpert und zum Angriff zwingt. Die Eastern Brown Snake hat eher kurze Giftzähne, sodass dicke Socken, geschlossene Schuhe und lange Hosen schon einen guten Schutz bieten.
Ein weiterer giftiger Bewohner der Ostküste ist die Red-bellied Black Snake. Sie ist an der Ostküste von New South Wales bis hoch nach Süd-Queensland zu finden. Diese Schlangenart ist sehr scheu und wird schon durch Erschütterungen beim Laufen vor uns Menschen gewarnt um rechtzeitig im Unterholz zu verschwinden.

Erste Hilfe bei einem Biss

Wurde man von einer Spinne oder Schlange gebissen, sollte man zügig Druck auf die Bissstelle ausüben oder einen Druckverband oberhalb der Bissstelle anlegen. Der Druckverband hilft, die Verbreitung der Lymphflüssigkeit zu unterbinden (Pressure-Immobilization-Technique). Das Gift wird im Körper nicht über das Blut, sondern die Lymphe verteilt.
Anschließend sollte das Bein oder der Arm möglichst nicht mehr bewegt werden und schnellstmöglich ein Arzt gerufen werden. Es herrscht jedoch kein Grund zur Panik – der Biss einer Sydney Funnelweb Spider tötet frühestens 2 Stunden nach dem Biss, meist eher später.
Krankenhäuser haben heutzutage meist Gegengift parat und meist eine Mischung aus verschiedenen Gegengiften. Somit ist die Art der Spinne oder Schlange nicht mehr so wichtig für die Behandlung.
Bei Schlangen und Spinnen kann es zu Trockenbissen kommen – also einem Biss ohne Giftabsonderung. Ob ein Angriff jedoch trocken oder mit Gift war, lässt sich nicht ohne weiteres feststellen, sodass in jedem Falle ein Arzt benachrichtigt werden sollte.

Gewinnung von Gegengift

Schlangen und Spinnen werden in speziellen Stationen gehalten und regelmäßig „gemolken“. Dabei werden sie also zur Giftabgabe animiert und dieses Gift dann aufgefangen.
Dieses Gift wird dann einem Tier, im größten Fall einem Pferd, injiziert. Anfangs in ganz kleinen Dosen, bis es Antikörper entwickelt hat und die volle Dosis verträgt. Diese Antikörper werden dem Tier dann entnommen und als Gegengift verwendet.
Für die Inland Taipan gibt es kein Gegengift, weil selbst die kleinste Dosis das Pferd töten würde. Stattdessen kann man auch das Gegengift der Coastal Taipan verwenden.

Weitere giftige Tiere

Ganz unscheinbar und klein ist der Box Jellyfish – die Würfelqualle. Sie ist im Sommer an den Küsten und Stränden der nördlichen Hälfte Australiens zu finden. Gegen sie hilft ein „Stinger Suit“ – ein Ganzkörperanzug, der den Kontakt der Tentakel mit der Haut verhindert. Denn dieser Hautkontakt löst eine chemische Reaktion aus, die im Ergebnis das Gift an den menschlichen Körper übergibt.
Wurde man doch einmal erwischt, soll Essig als erste Hilfe nützlich sein und die chemische Reaktion unterbinden. Dabei gilt es unbedingt die Finger wegzulassen, da sonst die Reaktion auf der Fingerhaut wieder starten würde.
Auch der Platypus, das Schnabeltier besitzt Giftzähne. Das Gift ist wohl nicht sehr gefährlich, jedoch sehr schmerzhaft. Also lieber aus sicherer Entfernung beobachten, so denn man die Platypusse überhaupt zu Gesicht bekommt.

Fazit

Aus Europa kommend sind die Befürchtungen hinsichtlich Schlangen und Spinnen groß. Im Alltag und ganz besonders in der Großstadt spielen Spinnen und Schlangen jedoch kaum eine Rolle. Sie sind scheue Wesen und gehen den Menschen so gut es geht aus dem Weg. Der/Die Durschschnittsaustralier:in sehen vielleicht einmal in 10 Jahren eine Schlange – und das trotz Camping und Bushwalks. Man muss schon viel Glück haben, um eine größere Spinne oder Schlange bestaunen zu können. Und wenn es doch mal zu einer Begegnung kommt: Ruhe bewahren und wenn nötig langsam rückwärts zurückweichen.
Alles in Allem gibt so gut wie keine Gründe, den Urlaub, das Studium oder ein Leben in Australien auf Grund von Spinnen und Schlangen abzusagen.

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Typisch Australisch

Was ist eigentlich typisch Australisch? Da gibt es so einige Dinge… diese sind nicht unbedingt einzigartig auf der Welt, aber eben ganz normal hier und häufig zu finden. In dieser Folge gebe ich mal einen kleinen Einblick aus meiner Sicht der Dinge.

Im Alltag

  • Barfuß unterwegs
    • die Australierinnen und Australier laufen gern barfuß durch die Gegend
    • Selbst beim Autofahren sieht man sie immer mal wieder barfuß, obwohl das Gesetz natürlich geeignetes Schuhwerk fordert
    • Alternativ zu barfuß gehen auch die Flipflops, die hier „Thongs“ genannt werden
  • Männer tragen gerne Board Shorts – kurze Hose und Badehose in einem
  • Frauen sieht man in jeder Lebenslage in „Active Wear“ – also Leggins und Funktionsshirt
  • Die Einheimischen gehen gern ab 15 Uhr nach Hause – Zoo und Co. werden am etwas späteren Nachmittag also angenehm ruhig
  • Die Sprache hier ist Australisches Englisch – in den Slang muss man sich anfangs erst einmal reinhören. Die vielen verwendeten Abkürzungen machen es einem da nicht unbedingt leichter…
  • Dabei reden die Australierinnen und Australier gern viel – zumindest im Radio und TV, was uns bisweilen etwas auf die Nerven geht, wenn wir doch eigentlich Musik hören wollen

Umgang Miteinander

  • Australierinnen und Australier sind tendenziell sehr offen für neue Bekanntschaften
    • Der Pioniergeist von früher, als die ersten Siedler schnell Kontakte knüpfen mussten, um ihre Lebensgrundlage aufzubauen hat sich bis heute gehalten
    • Projekt-bezogene Freundschaften findet man bis heute in vielen Bereichen, z.B. auf Arbeit, in der Schule oder im Sportverein
  • „Give it a go“ – der Ausspruch schlechthin, wenn man anderen oder neuen Erfahrungen erstmal eine Chance gibt
  • Man denkt dem Busfahrer beim Aussteigen
  • Australierinnen und Australier sind leider eher unehrlich, wenn sie selbst Fehler gegangen haben, statt sich dessen zu stellen
  • Australien ist ein Schmelztiegel der Kulturen – bis auf die Ureinwohner sind ja alle irgendwann einmal zugereist
    • Trotzdem gibt es einen gewissen Rassismus in der Bevölkerung – neuen Einwanderern oder auch anderen Kulturen gegenüber
  • Australien wird immer wieder als „Nanny State“ abgestempelt
    • Das macht sich unter anderem in hoher Polizeipräsenz bemerkbar
    • Eventuell hängt es aber auch damit zusammen, dass die Australischen Kinder wohlbehütet zu Hause großgezogen werden und eben nicht die benötigte Selbstständigkeit von klein auf mit auf den Weg bekommen
  • Australierinnen und Australier sind recht aktiv im Ehrenamt
    • Feuerwehr, Katastrophenschutz oder auch Rettungsschwimmer an den Stränden – meist werden diese Einrichtungen nur durch Freiwillige verwaltet und betrieben
  • Royal Flying Doctors
    • Ein weiterer Dienst auf (bezahlter) Freiwilligenbasis
    • Die fliegenden Ärzte versorgen und vorsorgen die ländliche Bevölkerung in entfernten Gebieten, wo es keine Arztpraxen mehr gibt
  • Hier vertraut man in die Ehrlichkeit der anderen
    • Sei es die Kasse des Vertrauens am Honigstand
    • Nicht verschlossene Autos und Häuser oder
    • Der Beutel am Strand, der nicht bei der erstbesten Gelegenheit gestohlen wird
    • (das soll nicht heißen, dass es nicht trotzdem Kriminalität gibt)
  • Im Restaurant wird kein Trinkgeld erwartet
    • Als Gast erwartet man (zurecht), dass das Personal angemessen bezahlt wird
    • Gibt man trotzdem ein kleines Trinkgeld, ist die Freude meist groß
  • Im Taxi vorne sitzen
    • Auch im Taxi gilt eine Art Gleichwertigkeit zwischen Fahrgast und Fahrer, sodass man als einzelner Gast durchaus auf dem Beifahrersitz Platz nimmt

Autos

  • Auto sind hier meist groß, was stückweit auch mit den großen Entfernungen zu erklären ist, die hier regelmäßig zurückgelegt werden müssen
  • LKW sind standesgemäß noch größer … viel größer, um möglichst viele Waren effizient über die langen Entfernungen transportieren zu können
  • Auf der Autobahn darf man nur 110 km/h fahren, was die langen Entfernungen noch länger erscheinen lässt…
  • In Städte und Wohngebieten zeigt sich auch der Fokus auf das Auto:
    • Gehwege gibt nur an wirklich großen Straßen und
    • Kinder werden überall mit dem Auto hin kutschiert
  • Tradie-Autos sind hier ganz normales Stadtbild, also Pickups (hier Ute genannt) mit verschiedensten Aufbauten für das jeweilige Handwerk

Städte und wohnen

  • Städte bestehen hier meist „nur“ aus „Suburbs“
    • so wie in großen deutschen Städten wurde hier nie eingemeindet
  • Die Architektur ist oft sehr individuell, jedes Haus sieht anders als die Nachbarshäuser aus
    • Natürlich gibt es auch in Australien Siedlungsprojekte, wo die Häuser sehr ähnlich aussehen
  • Häuser werden oft aus Holz gebaut
  • In Städten gibt es „Gimmicks“
    • tolle Parks
    • mit beeindruckenden Spielplätzen
    • Picknickbereiche, oft sogar mit einer oder mehreren heißen Platten / BBQ (kostenlos)
    • Öffentliche Toiletten sind auch immer in Reichweite

Natur

  • Weltberühmt: die roten Wüsten und Steppen des Outbacks im Landesinneren
  • Gondwana Regenwald an der Ostküste Australiens
  • Eukalyptusbäume
    • Hier werden sie umgangssprachlich „Gum tree“ genannt
    • Es gibt viele verschiedene Arten
    • Einige Arten sind bei Koalas besonders beliebt
  • Es gibt sehr viele Nationalparks, die zum Schutz der Natur errichtet wurden, aber auch für den Menschen zur Nutzung
    • Oft gibt es Besucherzentren, Zeltplätze, Wanderwege
  • Viele Tiere, teils einzigartig in Australien:
    • Schlangen und Spinnen, einige davon hochgiftig
    • Beuteltiere wie z.B. Kängurus, Koalas, Wombats, etc.
    • Exotische Vögel, wie Kakadus, Loris, Papageien, etc.

Essen

  • Fastfood ist weit verbreitet
    • Und wird auch bis ins hohe Alter genossen
    • Fish & Chips
    • Hamburger
    • Pizza, etc.
  • Ganz berühmt: der „Snag“, das Würstchen vom Spenden-„Sausage Sizzle“ vor Bunnings, dem hiesigen Baumarkt
  • Es gibt aber auch gesunde Restaurants – gesundes Essen:
    • Avocados
    • Sauerteigbrot
    • Açaí Bowls etc.
  • Leckere, tropische Früchte, wie z.B. Mangos
  • Avocados sind sehr beliebt bei den Australierinnen und Australiern
  • Sie essen gern im Restaurant – eigentlich ist da immer was los
  • Alternativ darf es auch „Take away“ sein, also Essen zum Mitnehmen
  • Im Restaurant gibt es immer kostenlos Trinkwasser
  • Ein besonderer australischer Brotaufstrich ist Vegemite
    • Eine salzige Paste mit Hefeextrakt, den man sich hauchdünn auf sein Brot schmiert
    • Manche genießen es mit Butter, andere mit Käse oder Avocado
    • Geschmacklich sehr gewöhnungsbedürftig
  • Der „Nationalkuchen“ ist Pavlova
    • Er besteht aus einer Baiser-Basis, auf die geschlagene Sahne gegeben wird und darauf wiederum frische Früchte, wie z.B. Erdbeeren, Heidelbeeren, Passionsfrucht und ein paar Spritzer Zitronensaft
    • Es wird immer mit Neuseeland gestritten, wer ihn denn eigentlich erfunden hat
    • Der Name geht zurück auf die Balletttänzerin Anna Pavlova, da der Erfinder der Pavlova beim Anblick des Kuchens an ihr weißes Tutu erinnert wurde
  • Zu Weihnachten und Ostern gibt es auch besonderes Gebäck, welches auf die britische Vergangenheit zurückgeht:
    • Christmas Pudding zu Weihnachten, ein saftiger Kuchen mit Zimt und Rosinen
    • Hot-Cross-Buns zu Ostern, die entweder reine süße Brötchen mit einem aufgebackenen Kreuz oder aber mit Trockenfrüchten oder Schokolade gefüllt sind

Trinken

  • Australierinnen und Australier trinken eher viel Alkohol
    • Obwohl dieser sehr teuer ist
    • Alkohol ist nur ein separaten „Bottle Shops“ bzw. „Liquor Stores“ zu bekommen, manchmal auch in Supermärkten, dann aber in einer abgetrennten Ecke mit separaten Kassen
  • Allgemein haben Australierinnen und Australier gern einen Drink zu Hand, sei es ein Bier oder Wein beim Picknick oder der Party

Glücksspiel

  • Wenn auch etwas versteckt und nicht auf den ersten Blick erkenntlich, ist das Glücksspiel in Australien ganz groß
  • Es gibt große Casinos in den Innenstädten der Metropolen
  • Jeder RSL (eine Art Veteranenclub) oder Country Club hat einen Bereich mit Spielautomaten, die auch rege genutzt werden

Hier Hören:

Urlaub in QLD

Im nächsten Teil der kleinen Serie zur Vorstellung der Urlaubsregionen in den States und Territories geht es dieses Mal nach Queensland (QLD) – den „Sunshine State“. Dieser hat für das viele schöne Wetter unzählige Kilometer schönster Sandstrände zu bieten. Für jeden Geschmack ist etwas dabei: von Party über Einsamkeit bis gefährlich und natürlich Tauchen im Great Barrier Reef.

Queensland lässt sich in 6 (inoffizielle) Regionen einteilen:

  • South-East-Queensland
  • White Bay Burnett
  • Central Queensland
  • North Queensland
  • Far North Queensland
  • Outback Queensland

Queensland hat mit seinen etwa 5,2 Millionen Einwohner weniger als Sydney allein. Dementsprechend wird es hier eher voll von Touristen, als von den Einwohnern.
Beim Wetter hat Queensland viel Sonne, aber auch hohe Luftfeuchtigkeit und Cyclone im Sommer zu bieten. Der Norden hat dabei im Winter immer noch Urlaubstemperaturen für T-Shirt und kurze Hosen zu bieten. Hotel-Swimmingpools müssen jedoch im Winter beheizt sein, da sie sonst zu kalt zum einfachen baden sind.

South-East-Queensland

Diese Region besteht aus der Gold Coast, Brisbane und der Sunshine Coast und hat damit die meisten Einwohner zu bieten.
Gold Coast ist ein beliebtes (Party-) Urlaubsziel der Australier. An den langen Stränden von Surfers Paradise gibt es als Besonderheit zahlreiche Hochhäuser, die diesem Strandabschnitt einen ganz besonderen Anblick verleihen.
Brisbane als Hauptstadt von Queensland ist sicherlich einen Abstecher wert. Entlang des Brisbane Rivers kann man sehr schön spazieren oder auf dem Fluss mit der Fähre um die Innenstadt schippern.
Die Sunshine Coast ist ruhiger und natur-naher als die Gold Coast. Als zentraler Ort ist hier Noosa sehr beliebt. Statt Hochhäuser gibt es hier eher Hotel-Resorts.

White Bay Burnett

Hier findet sich Bundaberg, sowie die Fraser Coast mit Fraser Island, der weltweit größten Sandinsel. Doppelt so groß wie Rügen wartet Fraser Island mit Regenwäldern, Süßwasserseen und einem Highway auf dem Strand auf. Am 75 Mile Beach landen sogar Kleinflugzeuge. Zum Baden ist der Strand jedoch nicht geeignet – eine starke Strömung und gefährliche Meeresbewohner wie z.B. Haie empfehlen lieber einen Badeausflug nach Hervey Bay, dem Eingangstor nach Fraser Island auf dem Festland. Hier kann man im Winter auch Wale beobachten, die ihren frisch geborenen Nachwuchs großziehen, bevor es im Frühling wieder Richtung Antarktis geht.
Bundaberg ist weithin bekannt für seine Zuckerrohrfelder und die Rum Brennerei. Nördlich von Bundaberg, in Mon Repos, legen jährlich tausende Schildkröten ihre Eier. Das kann man von November bis März in abendlichen Touren beobachten. Die kleinen Schildkröten schlüpfen dann im Januar und besonders Februar und können bei ihrem abenteuerlichen Weg ins Wasser beobachtet werden.

Central Queensland

An der Capricorn Coast gibt es menschenleere Strände zu entdecken. Das Südliche Great Barrier Reef sorgt dann auch für gute Schnorchel- und Tauchbedingungen. Der Zentrale Ort ist hier jedoch etwas weiter im Inland: Rockhampton – die Rinderhauptstadt Australiens.
The Whitsundays locken mit Bildern wie aus dem Paradies: Seichtes Wasser, weiße Strände und türkisblaues Meer. Whiteheaven Beach ist mit seiner 7km Länge einer der hellsten Strände der Welt. Statt in einem Hotel kann man hier auch die Zeit auf einem Segelboot verbringen. Bei einem Rundflug gibt es dann auch einen Blick auf das Herzförmige Riff. Das Eingangstor zu den Whitsundays ist Airlie Beach.

North Queensland

In North Queensland wird es ruhiger – hier ist hauptsächlich Townsville zu erwähnen. Die Stadt ist der Ausgangspunkt nach Magnetic Island – die kleine und günstigere Schwester der Whitsundays. Auch Touren ins Great Barrier Reef starten in Townsville, aufgrund der größeren Entfernung sind diese jedoch meist teurer als noch weiter im Norden.

Far North Queensland

Dieses letzte, nördliche Ende der Queensland-Küste hat seinen Fokus auf dem Great Barrier Reef im Wasser und dem Tropischen Regenwald an Land.
Cairns als größte Stadt ist nett, aber auch nicht sehr besonders. Touren zum Great Barrier Reef starten entweder hier oder in Port Douglas, wobei zum Schnorcheln und Tauchen das „Outer Reef“ zu empfehlen ist, da dies noch am besten intakt ist.
Ansonsten ist Baden hier nur noch in bewachten und abgesperrten Strandabschnitten zu empfehlen – Krokodile können sowohl in Flüssen, als auch im Ozean anzutreffen sein. Im Sommer gibt es dann noch die hochgiftige Würfelqualle – es ist also Vorsicht geboten!
Nördlich von Port Douglas ist der Daintree Nationalpark zu empfehlen – hier geht der tropische Regenwald direkt in das Great Barrier Reef über und beide leben hier eng zusammen.
Wer nicht bis Port Douglas fahren mag, kann auch von Cairns aus den Regenwald um Kuranda u.a. aus einer Seilbahn bewundern.
Krokodile von Nahem kann man in Hartley’s Crocodile Adventures bestaunen.
Gen Westen startet in Cairns der Savannah Way – 3.700km (zumeist unbefestigt) bis Broome in Western Australia.

Outback Queensland

Zusammengefasst ist das das Inland Queenslands. Hier gibt es viel Outback und Wüste und ganz viel Nichts. Küstennah ziehen sich Nationalparks / Regenwälder von Süden bis Norden, doch dahinter muss man die besonderen Orte schon gezielt anfahren, die es zweifelsohne hier und da gibt.
Eine dieser Besonderheiten ist das größte Rodeo-Event der Südhalbkugel in Mount Isa. 26.000 Besucher lassen hier im August mit Cowboy-Hut, Jeans und Stiefeln Wild-West-Stimmung aufkommen.

Art des Reisens

Von International landete man meist in Brisbane, einige wenige Verbindungen gibt es auch nach Cairns. Inner-Australisch sind die meisten Städte entlang der Küste per Flugzeug zu erreichen.
Vor Ort lohnt es sich dann mit einem Wohnmobil oder mindestens Geländefahrzeug und Zelt zu reisen. Dabei sollten jedoch die Entfernungen nicht unterschätzt werden! Cairns – Sydney ist sicherlich in 2 Wochen zu schaffen, 3 Wochen wäre besser und noch mehr um alles noch entspannter zu entdecken.

Big Things

In Queensland befinden sich derzeit 114 „Big Things“. Die 7 herausragendsten sind:

  • Big Pinapple in Sunshine Coast, in Woombye
  • Big Barrel und Big Bottle in Bundaberg
  • Big Mango in Bowen
  • Big Gumboot in Tully, der feuchtesten Stadt Queenslands
  • Big Cassowary in Mission Beach
  • Big Watermelon in Chinchilla

Hier Hören:

Auto fahren in Australien

Hier in Australien ist das Steuer auf der rechten und fährt man auf der linken Seite. Das kommt natürlich aus der Britischen Vergangenheit…
Zu Beginn ist das natürlich erst mal etwas ungewohnt. Wenn man in einer größeren Stadt Australiens erstmals ankommt und in ein Auto steigt, hat man zum Glück genügend andere Verkehrsteilnehmer, denen man hinterher fahren kann.
Mit der Zeit gewöhnt man sich auch gut an den Linksverkehr.

Straßen

Was in Deutschland die Autobahn ist, ist in Australien der Motorway oder der Highway. Wobei der Motorway ordentliche Aus- und Abfahrten hat und der Highway nur kleine Kreuzungen, sodass man dann eventuell die Gegenspur kreuzen muss, um zur rechten Seite abzufahren. Der Highway kann aber einspurig wie die deutsche Landstraße sein. In jedem Fall sagt der Name nichts über den Straßenbelag aus – der kann nämlich auch Sand sein. „Gravel Roads“ gibt es allerdings eher im dünn besiedelten Inland/Outback.
Grundsätzlich sind die Straßen hier meist nicht die besten. Klima-bedingt ist die Asphaltdecke meist eher dünn und kann daher auch schnell Löcher bekommen. Diese werden dann zwar zeitnah mit Kaltasphalt provisorisch gestopft, aber sind dann doch schnell wieder ausgefahren. Die langfristige Reparatur macht sich dann meist durch Unebenheiten bemerkbar. Es wird halt auch beim Straßenbau alles nicht so genau genommen…
Mautstraßen gibt es in Australien nur in großen Städten. Bezahlt wird nicht mehr am Häuschen, sondern voll elektronisch mit einem kleinen Sender im Auto oder per Kennzeichen in der Videoüberwachung.
Neben Verkehrszeichen gibt es auch Markierungen auf der Straße, die dann z.B. mit einer Zickzacklinie auf einen Fußgängerüberweg hinweisen. „Dragon teeth“, also kleine Dreiecke links und rechts der Spur weisen auf den Beginn einer Schulzone hin. Gelbe Linien am Straßenrand zeigen einen „Clearway“ an, also ein (zum Teil temporäres) Parkverbot.

Autos und LKW

Die Autos in Australien haben das Steuer natürlich auf der rechten Seite. Die Blinker- und Scheibenwischerhebel sind allerdings je nach Hersteller entweder auf die rechte Seite angepasst (australische und asiatische Hersteller) oder genauso angeordnet wie im deutschen Auto (deutsche Hersteller).
Automatik ist hier das Standardgetriebe, was nicht heißt, dass manuelle Schaltung gänzlich unbekannt ist.
Sehr beliebt sind große Autos – SUVs, Pickups (die hier „Utes“ heißen) und dann gern auch geländegängig mit Allradantrieb. Für das perfekte Outdoorabenteuer hat das Auto einen Schnorchel für Gewässerdurchfahrten, vorne eine „Roo Bar“, wie Frontschutzbügel hier genannt werden, mit extra LED Fernlicht und Funkantenne für das Handynetz-schwache Outback. Und ganz perfekt ausgerüstet hat man noch seine „Recovery Tracks“ für Schlamm und Sand auf dem Dach und die Markise am Dach. Dann kann im Großstadtdschungel nichts mehr schiefgehen.
Geht es doch mal auf längere Reise, empfiehlt sich ein Ersatzrad, da die Straßen entweder löchrig oder gern auch mal mit Schrauben verunreinigt sind. Auch die warmen Bedingungen und der Ganzjahreseinsatz setzen den Reifen natürlich zu.
Um sein Auto zu fahren, muss es zugelassen sein. Diese „Rego“ muss jährlich erneuert werden. Dafür braucht es eine Compulsory Third Party Insurance (CTP, auch „Green Slip“) und ab einem Alter von 5 Jahren in NSW einen Fahrtauglichkeitscheck (eSafety check, auch „Pink Slip“ genannt, ähnlich zum TÜV). Andere Staaten verlangen zum Teil keine Untersuchung, oder in NT nur alle 5 Jahre.
Lastwagen fahren hier, zumindest im dünnbesiedelten Inland, als Road Trains durch die Gegend. An der Küste sind es meist nur „Long Vehicle“, also extra lange LKW. Im Gegensatz zu deutschen Straßen, dürfen LKW hier 100 km/h schnell fahren.

Fahren lernen

Ab einem Alter von 16 Jahren kann man hier das Fahren lernen. Dazu benötigt man nur einen Sehtest und muss den „Driver Knowledge Test“ (Theorieprüfung) bestehen. Dann geht es mit einem Erwachsenen Autofahrer auf die Straße – im eigenen Auto, markiert mit einem gelben Schild und schwarzem L. 120 Fahrstunden inkl. 20 Nachstunden muss man in mindestens 10 Monaten absolvieren. Wenn man eine Fahrschule besucht und nicht die Eltern, kommt man schneller zu Ziel, denn dann zählt eine Fahrstunde wie drei Stunden mit den Eltern. Vor der praktischen Prüfung wartet noch der Hazard Perception Test, um Gefahrensituationen richtig einschätzen zu können.
Mit 17 Jahren und erfolgreicher Fahrprüfung darf man dann allein Auto fahren. Das erste Jahr mit einem weißen Schild und rotem P („Preliminary License“). Im zweiten Jahr nach der Prüfung wechselt das Schild zu einem grünen P. Ab dem dritten Jahr fährt man dann mit einem vollwertigen Führerschein, wenn man sich vorher nicht zu Schulden hat kommen lassen.
Durch das Familien-interne Auto fahren lernen, kann der Neuling natürlich nur so gut im Verkehr sein wie seine Lehrer. Sind diese also bereits schlechte Autofahrer, vererbt sich das direkt…

Im Straßenverkehr unterwegs

Australier sind im Straßenverkehr eher defensiv und zuvorkommend unterwegs. Grundsätzlich halten sich die Fahrer und Fahrerinnen an die Regeln und fahren auch meist etwas langsamer als die erlaubte Höchstgeschwindigkeit.
Ein Überholvorgang auf einer zweispurigen Straße endet gern in einem Schneckenrennen, da der Überholende oft vergisst seine eigene, schnellere Geschwindigkeit zu halten.

Regeln und Strafen

Der australische Straßenverkehr wird durch sehr viele Regeln bestimmt und diese wiederum durch hohe Strafen durchgesetzt. Hier einige Besonderheiten:
Es gibt kein Rechts vor Links. Jede Kreuzung regelt explizit die Vorfahrt. Auf T-Kreuzungen hat der durchgehende Verkehr Vorrang vor dem endenden Verkehr. Einzig im Kreisverkehr gilt rechts vor links, sprich das Auto, welches bereits im Kreisverkehr ist, hat Vorrang.
Bevor man in den Kreisverkehr einfährt, blinkt man schon in die Zielrichtung. Zum Beispiel beim rechts abbiegen (3/4 Kreis) blinkt man vor der Einfahrt und im Kreisverkehr durchgehend rechts. Nur beim Rausfahren, muss immer links geblinkt werden.
Es gibt einige State-spezifische Regeln, die unbedingt zu beachten sind. So ist z.B. das Wenden an einer Ampel nur in Victoria erlaubt. Alle anderen States verbieten dies, es sei denn, es ist ausdrücklich erlaubt.
Die Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen ist allgemein 110 km/h, außer auf wenigen Straßen in Northern Territory, wo auch mal 130 km/h erlaubt sind. In Städten sind meist 60 km/h erlaubt und im Siedlungsgebiet immer noch 50 km/h.
In Schulzonen sind zur Schulzeit meist nur 40 km/h erlaubt. in South Australia sogar nur 25 km/h. Außerdem gelten erhöhte Strafen und strengere Regeln in Schulzonen. So gibt es z.B. 9 gelistete Wendemanöver, die nicht erlaubt sind.
Das Vorbeifahren an Einsatzfahrzeugen mit Blaulicht am Straßenrand darf höchstens mit 40 km/h passieren (in SA 25 km/h), es sei denn in NSW sind mehr als 80 km/h erlaubt, dann muss „nur“ bedeutend verlangsamt werden, aber nicht zwangsweise bis auf 40 km/h runter.
Kinder müssen mindestens bis zum 7. Geburtstag auf einem Kindersitz sitzen und in der zweiten Reihe. Die Kindersitze haben hier nochmal höhere Sicherheitsanforderungen als in Deutschland.
Ein Parkplatz wird mit einem Schild mit einem P angezeigt. Steht dem P eine Zahl voraus, deutet diese auf die maximale Parkdauer hin. Steht Ticket oder Meter oder etwas ähnliches under dem P, muss Parkgebühr bezahlt werden. Eine Parkuhr im Auto gibt es allerdings nicht, sodass die Einhaltung der Parkdauer entweder per Vertrauen oder mit anderen technischen Mitteln gewährleistet wird.
Eine besondere Regel gibt es in Australien: kein Körperteil darf auf dem Auto schauen. Also Winken zum Abschied oder lässiges Ellenbogen raushalten ist formal nicht erlaubt – praktisch sieht man es jedoch ziemlich häufig…
Die Strafen für vergehen werden in Geldstrafen und „Demerit Points“ unterteilt. Die Geldstrafen sind empfindlich hoch. Wer 13 und mehr Punkte gesammelt hat, muss seinen Führerschein für einige Monate abgeben. Touristen können zwar keine Punkte erhalten, aber die Strafen sollte man lieber bezahlen, wenn man in Zukunft nochmal in Australien Urlaub machen möchte.

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